Projektbeschreibung – Verlorene Namen
„Verlorene Namen“ ist ein regionalhistorisches Erinnerungsprojekt, das sich der Dokumentation der im Zweiten Weltkrieg gefallenen und vermissten Soldaten widmet. Ziel ist es, den einzelnen Schicksalen wieder ein Gesicht und einen Platz in der Erinnerungskultur zu geben.
Was heute oft nur noch als Name in Archiven, auf alten Grabkarten oder auf Denkmälern existiert, soll in diesem Projekt wieder zu einer persönlichen Geschichte werden. Hinter jedem dieser Namen stand ein Mensch – mit einem Leben, einer Familie, Hoffnungen und Ängsten. Viele dieser Geschichten sind in den Jahrzehnten nach dem Krieg in Vergessenheit geraten. Das Projekt möchte diese Lücken schließen und die Erinnerung an die Verlorenen bewahren.
Die Grundlage bildet eine umfangreiche Recherchearbeit in kommunalen und staatlichen Archiven, beim Bundesarchiv, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dem DRK-Suchdienst sowie in kirchlichen und privaten Beständen. Ergänzt wird diese Arbeit durch historische Fotos, Feldpostbriefe, Totenzettel, Zeitzeugenberichte und andere persönliche Dokumente, die nach und nach zusammengeführt und ausgewertet werden.
Ziel ist eine umfassende und respektvolle Darstellung der Gefallenen in digitaler und gedruckter Form. Auf der Homepage werden fortlaufend neue Datensätze veröffentlicht – mit Informationen zu Herkunft, Einheit, Todesort, Erstgrablage und, soweit möglich, mit Bildern der betreffenden Personen. Darüber hinaus entsteht eine mehrbändige Buchreihe, die die gesammelten Ergebnisse aufarbeitet und zugleich Einblicke in den Alltag, die Strukturen und die Tragödien der Kriegsjahre in Siegburg und Umgebung bietet.
„Verlorene Namen“ ist ein nicht kommerzielles, privat finanziertes Projekt, das ausschließlich dem Gedenken und der historischen Aufarbeitung dient. Es verfolgt keine politischen oder ideologischen Ziele, sondern möchte einen würdigen Beitrag zur Erinnerungskultur leisten und aufzeigen, dass hinter jedem Namen ein Schicksal steht, das nicht vergessen werden darf.
Wer über Informationen, Fotos oder Dokumente zu den in Siegburg geborenen, gefallenen Soldaten verfügt, ist herzlich eingeladen, das Projekt mit Wissen oder Material zu unterstützen. Jede Quelle, jeder Hinweis hilft, die Lebenswege der Verlorenen zu rekonstruieren und die Erinnerung an sie lebendig zu halten.
„Verlorene Namen“ soll ein stilles Mahnmal sein – nicht aus Stein, sondern aus Worten, Bildern und Geschichten. Es erinnert an die, deren Spuren zu verblassen drohten, und trägt dazu bei, dass sie nicht gänzlich aus dem Gedächtnis unserer Stadt verschwinden.